Um das bestmögliche Behandlungsergebnis zu erreichen, ist nicht nur die Operation selbst entscheidend – auch Ihre Vorbereitung in den Tagen und Wochen davor trägt wesentlich zu einer raschen Heilung und einem optimalen funktionellen Ergebnis bei.
Mit den folgenden Empfehlungen können Sie aktiv zum Erfolg Ihrer Operation beitragen.
1. Ernährung
Eine ausgewogene und eiweißreiche Ernährung unterstützt die Wundheilung sowie den Erhalt der Muskulatur.
Wir empfehlen Ihnen:
- eine proteinreiche Ernährung (ca. 1,2–1,5 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und Tag, sofern keine Nierenerkrankung dagegen spricht)
- eine mediterrane Ernährungsweise mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Fisch, hochwertigen Pflanzenölen und Nüssen
- eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr
Falls bei Ihnen ein Vitamin-D-Mangel bekannt ist oder Sie nur wenig Sonnenlicht ausgesetzt sind, kann nach Rücksprache mit Ihrem Hausarzt eine Vitamin-D-Supplementierung sinnvoll sein.
2. Bewegung und Training
Versuchen Sie, die Beweglichkeit Ihrer Schulter beziehungsweise Ihres Ellbogens bis zur Operation möglichst gut zu erhalten.
Auch bei Sehnenverletzungen ist eine gute Beweglichkeit vor der Operation von großem Vorteil. Regelmäßige Übungen, Physiotherapie, Gymnastik oder Schwimmen helfen dabei, die Muskulatur zu erhalten und die Gelenkbeweglichkeit zu verbessern.
Insbesondere bei Schulterprothesen ist bekannt, dass die spätere Beweglichkeit wesentlich von der bereits vor der Operation vorhandenen Beweglichkeit abhängt.
3. Allgemeiner Gesundheitszustand
Vor einer Operation sollte Ihr allgemeiner Gesundheitszustand möglichst optimal sein.
Bitte lassen Sie gemeinsam mit Ihrem Hausarzt folgende Punkte überprüfen:
- Besteht eine Blutarmut (Anämie)?
- Liegen chronische Infektionen vor, beispielsweise entzündete Zahnwurzeln, offene Wunden oder andere Infektionsherde?
- Falls ein Diabetes mellitus besteht, sollte dieser möglichst gut eingestellt sein.
Akute Infektionen wie Fieber, eine Erkältung, COVID-19 oder andere bakterielle Infektionen sollten vor einer geplanten Operation vollständig ausgeheilt sein.
Diese Punkte können selbstverständlich auch im Rahmen des präoperativen Aufklärungsgesprächs gemeinsam besprochen werden.
4. Hautpflege und Hygiene
Wir empfehlen, am Abend vor der Operation gründlich zu duschen.
Zusätzlich kann eine antiseptische Waschlotion mit 4 % Chlorhexidin aus der Apotheke verwendet werden. Dies ist jedoch nicht zwingend erforderlich.
Die Anwendung erfolgt entsprechend der Packungsbeilage auf Haut und Haare. Bei einer bekannten Allergie gegen Chlorhexidin sollte auf diese Waschlotion verzichtet werden.
Gerne informieren wir Sie im Rahmen des Operationsgesprächs näher darüber und stellen Ihnen bei Bedarf eine geeignete Waschlotion zur Verfügung.
5. MRSA
Falls bei Ihnen bekannt ist, dass Sie Träger eines MRSA-Keimes sind, sollte vor der Operation eine entsprechende Dekolonisation erfolgen.
Ein routinemäßiges MRSA-Screening ist bei ansonsten gesunden Patientinnen und Patienten jedoch nicht erforderlich.
6. Rauchen und Alkohol
Rauchen erhöht das Risiko für Wundheilungsstörungen, Infektionen und verzögerte Heilungsverläufe erheblich.
Idealerweise sollte das Rauchen mindestens vier Wochen vor der Operation beendet werden.
Auch ein übermäßiger Alkoholkonsum sollte in den Wochen vor der Operation möglichst vermieden werden.
7. Medikamente
Bitte setzen Sie Medikamente niemals eigenständig ab.
Insbesondere Blutverdünner, Diabetesmedikamente oder andere spezielle Medikamente müssen gegebenenfalls angepasst werden. Dies erfolgt in Absprache mit Ihrem Operateur, Ihrem Hausarzt und der Anästhesie.
Die Medikamente, welche Sie nach der Operation zu Hause benötigen – insbesondere Schmerzmedikamente –, sollten bereits vor der Operation in der Apotheke abgeholt werden.
Die entsprechenden Rezepte erhalten Sie in unserer Ordination beziehungsweise werden elektronisch auf Ihre e-card verordnet. So befinden sich Ihre Medikamente bereits zu Hause und stehen Ihnen unmittelbar nach Ihrer Entlassung zur Verfügung.
8. Transport zur Klinik und nach Hause
Bitte beachten Sie, dass Sie nach der Operation – unabhängig davon, ob Sie einen Schulter-Armgurt oder eine Ellbogenschiene tragen – nicht selbst Auto fahren dürfen.
Bitte organisieren Sie daher bereits vor der Operation Ihre Heimfahrt.
Sie können:
- von Angehörigen oder Freunden abgeholt werden oder
- uns bereits beim Operationsgespräch mitteilen, dass Sie einen Transport benötigen. Gerne organisieren wir für Sie ein Kliniktaxi. (Dieses ist kostenpflichtig und wird nicht von allen Versicherungen übernommen.)
In der Regel können Sie am Tag nach der Operation gegen 12:00 Uhr beziehungsweise nach dem Mittagessen abgeholt werden.
Bitte teilen Sie uns nach Möglichkeit bereits beim Operationsgespräch den ungefähren Zeitpunkt Ihrer Abholung mit. Dies erleichtert die Planung für Sie sowie für das Team der Privatklinik Hochrum.
Falls Sie einen längeren stationären Aufenthalt wünschen, sprechen Sie uns bitte bereits im Rahmen des Operationsgesprächs an. Gerne berücksichtigen wir Ihre Wünsche, soweit dies organisatorisch möglich ist.
9. Nüchternheit vor der Operation
Am Tag vor der Operation dürfen Sie bis Mitternacht normal essen.
Ab sechs Stunden vor der Operation dürfen keine festen Speisen mehr eingenommen werden.
Klare Flüssigkeiten wie Wasser oder ungesüßter Tee (kein Kaffee mit Milch!) dürfen in der Regel bis zwei Stunden vor der Operation getrunken werden.
Die für Sie verbindlichen Anweisungen erhalten Sie im Aufklärungsgespräch mit Ihrer Anästhesistin beziehungsweise Ihrem Anästhesisten.
10. Vorbereitung zu Hause
Bereiten Sie Ihr Zuhause bereits vor der Operation auf die Zeit danach vor.
Hilfreich sind beispielsweise:
- bereits abgeholte Medikamente auf dem Nachttisch
- Kühlpacks im Gefrierfach
- bequeme Kleidung mit weitem Ärmel
- zusätzliche Kissen für eine erhöhte Lagerung des Oberkörpers
- Unterstützung durch Angehörige bei Einkäufen oder im Haushalt in den ersten Tagen
- frühzeitig vereinbarte Physiotherapietermine nach der Operation